Freitag, 17. April 2009

cada vez un paso más

Seit gestern kann ich aus meinem dunklen Loch kriechen, mich der Welt mitteilen, teilhaben an dem großen Ganzen, die Augen öffnen, das Schweigen brechen... ja, also ich habe wieder Internet (die Theatralik und ich sind in meinen Zeilen schon echt gute Freunde geworden). Hach ist das schön. Zur Perfektion fehlt zwar noch ein kleiner Schritt, das Kabel hat nämlich einen Wackelkontakt und ist deswegen äußerst elegant und visuell anspruchsvoll mit Klebeband zum Verharren verdammt worden. Jeder gute Journalist schreckt jetzt auf und schreit: "Sie schreibt im Passiv! Hat sie denn nichts gelernt?! Aktiv, aktiv, aktiv lautet die Devise!" Recht hat er. Doch das Kabel wurde nicht durch mich mit Hilfe eines Klebebandes zum Verharren verdammt. Nein. Ich wohne hier nämlich nicht allein. Sondern zu zweit. Ja, ich hab mir gedacht, ich lass die Bombe jetzt einfach platzen, Schluss mit der Geheimniskrämerei, ich sag's jetzt einfach, da hält mich jetzt keiner mehr von ab, einfach so, ohne großes Tamtam, erzähl ich's euch ganz einfach, das hätte keiner gedacht, aber so bin ich, ich sag's ganz leicht frei raus, da brauch ich nicht groß drumrumzureden, nein nein, so bin ich ja nicht, wenn ich was sagen will dann sag ich's und basta, ganz schlicht... Ich wohne hier mit meinem Freund. (hier schiebe ich eine Pause für eventuelle Reaktionen ein, gerne darf der geneigte Leser hier ein "oooh" oder auch "aaah" verlauten lassen, ganz nach Belieben.) Gut, einige von euch wussten das schon, die dürfen das "oooh" oder auch "aaah" dann gerne weglassen, wär ja irgendwie übetrieben. Ja, wie ihr seht ist der soziale Anschluss auf dem anderen Kontinent geglückt. Er ist Kolumbianer und ich habe ihn direkt an meinem ersten Tag (Freitag der 13., uuuhh...) hier kennengelernt.
So, jetzt kann ich auch die Wohnungsführung mit euch machen, wie hätte ich sonst das Doppelbett erklären sollen?
Voilá, willkommen im Schlafzimmer. die Wohnung ist voll ausgestattet mit Möbeln und allem Schnick-Schnack, Bettlaken und so'n Kram. Das helle mit den Streifen rechts im Bild ist der Balkon. Hab ich schon erwähnt, dass wir im 10. (!!!) Stock wohnen? Ja richtig, Svenja war die mit der ausgeprägten Höhenangst. Aber ich kämpfe. Ha! Ich kann mittlerweile schon ohne Angstattacken runtergucken, sooo hoch ist das ja gar nicht...
Wenden wir den Blick ab von diesem Schrecken (gut, für euch war's nur weiß mit Streifen) und betreten wir die Nass-Zone. Überwältigendes Design empfängt den Gast am Waschbecken. Der Hersteller löste sich von der allgemein verbreiteten ovalen Form, und entwarf (sicherlich vom Kubismus inspiriert) dieses rechteckige Schmuckstück. Die mediterrane Farbgebung der Fliesen verleiht dem Raum Wärme, wenn das Wasser es nicht mehr tut. Zur Rechten ein Bidet, das war mir besonders wichtig bei der Wohnungssuche, nicht ohne Bidet! Mit der Toilette (hier nicht im Bild) kann man fliegen, Musik hören und Ping-Pong spielen. Wirklich schade, dass die nicht mehr auf's Foto gekommen ist.

Treten wir nun einen Schritt zurück und wenden unseren Gang nach links. Hier, verehrte Gäste, betreten wir das Wohn- und Esszimmer. Wer genau hingesehen hat wird gemerkt haben, dass auch hier wieder ein Balkon ungeahnte Weiten öffnet (jaja, 10. Stock). Schlafsofa, Fernseher, geräumiger Kühlschrank, Sitzwürfel und ein ovaler Esstisch (der Hersteller löste sich hier von der allgemein verbreiteten rechteckigen Form...) bieten Wohnkomfort in Hülle und Fülle. Die blaue Wand ist eigentlich ein riesengroßes Fenster und zeigt den strahlend blauen Himmel.
Gehen wir nun an der Wohnungstür vorbei, und biegen wir nach links in die Küche ab. Fröhliche Rot- und Orangetöne schreien einem hier die Lebensfreude ins Gesicht, das Kochen wird zum reinsten Fest. Neben allen nötigen Kochutensilien beherbergt die fröhliche kleine Küche auch eine Mikrowelle, womit ich meinen Luxuspunkt in Hannover überschritten hätte. Der Gasherd jagte mir zu Anfang mächtig Angst ein, mittlerweile zündel ich aber todesmutig mit einem Feuerzeug daran herum, die Speisen wollen erhitzt werden!
Wir wären nun am Ende unserer Führung angelangt, ich hoffe es hat ihnen abermals bei uns gefallen. Ein paar Kleinigkeiten müssen noch gerichtet werden, der Vermieter ist Stammgast bei uns und repariert jedes Mal ein bisschen mehr. Man könnte das auch alles auf einmal machen, aber das wär ja langweilig. So haben wir im Moment kein Licht mehr im Wohnzimmer, dafür aber mittlerweile in der Küche, eine Rollade zeigt sich noch störrisch und die Badezimmertür hat manchmal Lust von alleine aufzugehen, aber nicht mehr so sehr wie am Anfang, ein kleines bisschen ist sie schon repariert.

6 Kommentare:

  1. Na dann scheint sich ja endlich einiges zum Guten zu wenden ;-) Wenn jetzt noch das Praktikum mitspielt...aber das kannst du ja jetzt mit neuem Schwung angehen!

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  2. Ein bisschen zuuuuu wenig Informationen über deinen Liebsten finde ich ja, aber zumindest die Wohnung sieht schon ma gut aus :)

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  3. Schockiert: oooh... aaah... ;-)
    Coole Wohnung hast du da. Besonders schön sind die Farben, lädt gleich zum Wohlfühlen ein. Ist das Ding über dem Kühlschrank noch ein Fernseher, oder schon die Mikrowelle?

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  4. uhhhhhh... :)

    Wonderfull, wonderfull!

    Aber da die eine Herdplatte in meinem Wohnheim jetzt auch wieder funktioniert, wohne ich eigtl genau so luxuriös wie ihr ;)

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  5. Das Ding über dem Kühlschrank ist noch ein Fernseher. Die Mikrowelle wurde intelligent in die Küche integriert.
    Es gibt positive Schwingungen in Sachen Praktikumssuche, so langsam wird's!

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