Treffen Nr. 1: 20 Uhr, Käffchen; ich halte meinen ersten abgedruckten Artikel in den Händen, erhalte neue Aufträge ("aber mach dir keinen Stress, wenn du Zeit hast..., die Zeitschrift erscheint ja nur einmal im Monat") und erfahre viel über Buenos Aires, Argentinien und seine Bewohner. Hector kann ein bisschen Deutsch, weil er mal für ein Jahr in Deutschland gelebt hat. Ab und zu wirft er dann mal einen deutschen Satz oder Wörter ein, und ist dann ganz stolz darauf. Putzig. Hector und Marina, die "Redakteure", sind echt nett und interessiert an meinen Ansichten. Sie laden mich zu einer historischen Stadtviertelführung durch Caballito ein, die sie selbst leiten.
Also Treffen Nr.2: Um 20 Uhr Treffen im Parque Rivadavia, dann zweieinhalb Stunden in einer Menschentraube durch Caballito trotten, stehen bleiben, zuhören, gähnen, Hunger haben, versichern, dass ich alles verstehe, wenn sich die Blicke kreuzen interessiert lächeln (kann man interessiert lächeln? Hm, jedenfalls hab ich das gemacht), gähnen wenn keiner guckt, noch mehr Hunger haben, daran denken, dass es echt peinlich wäre, jetzt umzukippen, also nicht umkippen, Dankbarkeit verspüren, als die Führung endlich vorbei ist (halbe Stunden überzogen). "Ja, wow, war total interessant, im Parque Rivadavia wurden wirklich drei Menschen umgebracht? Unfassbar! Nein Quatsch, ich hab mich nicht gelangweilt, ganz im Gegenteil..." (frei vom Spanischen ins Deutsche übersetzt). Dann folgte der nette Teil des Abends: Hector und Marina luden mich zu einem asado bei Freunden von ihnen ein. Circa 15 Leute empfingen mich herzlich und stopften mich voll mit Fleisch, Salat, Brot, Fleisch, Fleisch, Nachtisch, Getränken, Kaffee... hatte ich das Fleisch schon erwähnt? Ja, ich hatte Hunger, aber das konnte unmöglich alles in meinen Magen passen. Irgendwann brachte ich nur noch ein schwaches "No gracias, estoy llena, pero está muy rico" (Nein danke, ich bin voll, aber es ist sehr lecker) heraus. Die Gastfreundschaft hat mich umgehauen, ich habe mich direkt willkommen gefühlt. Nettes Völkchen, die Argentinier.
Treffen Nr. 3: Heute morgen, 10.30 Uhr. Zusammen mit Marina besuchte ich eine öffentliche Schule. Dort bot sich mir folgendes Bild:
Wie ihr seht, ist mein Praktikum mittlerweile greifbar geworden. Ich arbeite mich zwar immer noch nicht kaputt, aber das ist ja auch ganz nett so. Bleibt mehr Zeit für andere Dinge...
Nach meiner Arztkittelkonfrontation bin ich hochmotiviert zur Redaktion der Zeitschrift Gata Flora aufgebrochen. Und diese Zeitschrift gibt es sogar noch! Aber der Chef war nicht da. "Wir rufen dich an." Hoffentlich. Sonst nerv ich einfach so lange, bis sie nachgeben. Morgen will ich weitere Redaktionen abklappern, die e-mails blieben unbeantwortet. Na schön, dann laufe, fahre, renne ich eben wie blöd durch die Stadt (so groß ist die ja nicht...) und platze in die Redaktionen rein. Ihr habt es nicht anders gewollt! Erfahrungsberichte folgen selbstverständlich.
Psst. Neue Fotos. 2 Alben schon.
Du hast mich zum Lachen gebracht. Tack för det!
AntwortenLöschenSchön dass du deinen Humor noch nicht verloren hast Bella ;-)
AntwortenLöschenhola svenja,
AntwortenLöschendu, wenn dir das fleisch zu viel wird: vielleicht gibt es noch "pippos" (oder pipo?) im cento - beste pasta der welt! zumindest 1987...
gruss
erika